Kniegelenkserkrankungen

Kreuzbandriß allgemein

Arthrose im Knie

Der Kreuzbandriß beim Hund ist im Gegensatz zum Menschen in 90 % der Fälle nicht durch einen Unfall verursacht sondern eine Folge von degenerativen Prozessen im Gelenk wie z. B. einer Gelenksarthrose. Begünstigt wird diese Erkrankung z. B. durch Übergewicht. Deshalb geht der betroffene Hund meistens ohne deutlich erkennbare Ursache plötzlich lahm. Beim Neufundländer und Boxer ist eine genetische Anlage bewiesen. Generell gilt aber, dass vor allem ältere kastrierte Hündinnen (> 6-7 J) mit Übergewicht betroffen sind. Die betroffenen Tiere zeigen eine zumeist deutliche Lahmheit am betroffenen Hinterbein. Die Diagnose wird beim Tierarzt durch eine Ganganalyse, den Sitztest, eine umfassende klinische Untersuchung (z. B. Schubladenphänomen, Tibiakompressionstest) und Röntgendiagnostik gestellt. Eine Röntgenuntersuchung in mind. 2 Ebenen ist zwingend erforderlich um weitere Erkrankungen (z.B. eine Arthrose oder eine OCD) festzustellen.

Therapie des Kreuzbandrisses

(Quelle: ISBN-Nr. 3-00-0011763-1)

Bei Hunden < 15 kg und ohne Meniskusschaden führt eine konservative Behandlung in 90 % zu einem guten funktionellen Ergebniss. Die Behandlung beinhaltet zum Einen die Gabe von Medikamenten, welche die bestehende Entzündung im Gelenk reduziert und aus einem konsequenten Leinenzwang für 6-8 Wochen. In dieser Zeit soll der Hund vorsichtig aber mehrere Male am Tage bewegt werden. Weiter können verschiedene physiotherapeutische Massnahmen zum Einsatz kommen.

Bei Hunden über 15 Kg Gewicht werden chirurgische Massnahmen empfohlen, da eine konservative Therapie i.d.R. zu keinem guten Ergebniss führt.

Operative Verfahren

Wir wenden in unserer Praxis die von der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin (Prof. Brunnberg) empfohlene Kapselraffung nach Meutsege an. Dieses Verfahren ist eine sehr schonende Operationstechnik mit sehr guten Erfolgen und überschaubaren Kosten. Nach neuesten Untersuchungen Mc Carhy (2009) gibt es im Moment keinen Beweis dafür, dass die neueren sehr aufwendigen, kostenintensiven und mit sehr invasiver Technik verbundenen Op-verfahren wie z.B. TTA, TPLO, TTO zu besseren Resultaten führen, als die sanften Methoden wie z. B. die Kapselraffung nach Meutsege.

Was Spricht für klassische Techniken?

  • Kein Beweis, dass die aufwendigeren Verfahren wie z. B. TPLO/TTA etc. besser sind
  • Weniger schwere Komplikationen
  • Weniger invasiv bei der Operation
  • Kürzere Operationszeit
  • Deutlich geringere Kosten
  • Nach Evans et. al (2006): Studie zu Komplikationen von TPLO/TTA im Vergleich zu klassischen Techniken
  • Bei den klassischen Techniken ist es 6 x wahrscheinlicher zu helfen als zu schaden
  • Bei den Verfahren wie der TPLO/TTA etc. is es nur 3x wahrscheinlicher zu helfen als zu schaden